Geschichte

Chronik

Chronik in Kurzfassung

05.09.1920 Beschluss der Gründung eines Sängergaues Wörthersee
Gründungsvereine: MGV Krumpendorf, MGV Pörtschach, MGV Velden
Zweck: Die Pflege des Zusammengehörigkeitsgefühls und die Verbreitung und Erhaltung des Kärntnerliedes
24.08.1921 Die Satzungen werden vorgelegt
06.03.1922

Eigentliche Gründung in Pörtschach: "Zahlreich beschickt von den Männergesangsvereinen Velden, Viktring, Krumpendorf, Moosburg und Keutschach-Reifnitz sowie Pörtschach am See nahm die Versammlung einen sehr erhebenden Verlauf und zeigte so den innigen Verband und die herzliche Bruderschaft aller deutschen Sangesbrüder am Gestade des Wörthersees"
Genehmigung der Statuten und Festlegung der Ämterführung
Gründungsobmann: Josef Großl, Pörtschach (bis 1925),
Gründungschorleiter: Alfred Eisenhut, Velden
Erstes Gaumotto von Sepp Großl, Vertonung von Prof. Georg Spitaler aus Klagenfurt:
Wo die Wellen schimmern im Sonnenschein, sich Matten und Wälder am Berge reih'n,
da klinge freudig und unermüd, der deutsche Sang, das Kärntnerlied!

  Erstes Gausingen des Sängergaues Wörthersee im Schlosshotel Velden
Mitwirkende: MGVs aus Velden, Pörtschach, Moosburg, Krumpendorf, Viktring, Keutschach-Reifnitz
05.06.1923 Gausingen in Krumpendorf
  Neuer Chorleiter: Hans Christöfl, Velden (bis 1926)
24.05.1925 Gausingen in Pörtschach; Mitwirkende: MGVs aus Krumpendorf, Lind ob Velden, Moosburg, Pörtschach, Reifnitz, Rosegg, Schiefling, Tigring, Velden, Viktring (MGV und Frauenchor)
  Neuer Obmann: Fritz Pichler, Lind ob Velden (bis 1926)
30.05.1926 Gausingen in Lind ob Velden; Mitwirkende: MGVs aus Reifnitz, Krumpendorf, Pörtschach, Schiefling, Velden, Lind ob Velden, Viktring (MGV und Frauenchor)
26.12.1926 Neues Führungsduo (bis 1929):
Neuer Obmann: Hubert Filla, Krumpendorf
Neuer Chorleiter: Matthias Truppe, Viktring
Neues Gaumotto vom neuen Gau-Chormeister, das bis dato noch Bestand hat:
Um den Wörthersee im Kärntnerland, schling deutscher Sang ein festes Band!
21.05.1929 Gauversammlung im Hotel Werzer in Pörtschach
Zur Debatte stand die Auflösung des Sängergaues. Nach langer, heftiger Debatte wurde dessen Fortbestand beschlossen.
Neuer Obmann: Matthias Truppe, Viktring (bis 1930)
Neuer Chorleiter: Prof. Eugen Schmidbaur, Velden (bis 1933)
09.06.1929 Gausingen in Velden (Hotel Mösslacher, über 140 Sänger); Mitwirkende: MGVs aus Velden, Lind ob Velden, Reifnitz, Krumpendorf, Pörtschach und Viktring mit 2 Chören
08.06.1930 Gausingen anlässlich des 10. Jahrestages der Volksabstimmung in Viktring (Schlosshof)
  Neuer Obmann: Ing. Michael Szakowitz, Velden (bis 1938)
31.05.1931 Gausingen in Reifnitz
12.06.1932 Gausingen in Maria Wörth
25.05.1933 Gausingen in Schiefling (GH Bürger)
Neuer Chorleiter: Walter Unterwelz, Velden (bis 1938)
13.05.1934 Gausingen in Krumpendorf
02.06.1935 Gausingen in Velden (Hotel Mösslacher)
Mitwirkende: MGVs aus Velden, Reifnitz, Schiefling, St. Egyden, Viktring, Kranzlhofen, Krumpendorf, Maria Wörth
07.06.1936 Gausingen in Pörtschach
13.06.1937 Gausingen in Maria Elend (Teilnahme von ca. 280 Sängern!)
Aus dem Festschriftprotokoll des MGV Maria Elend:
Immer wieder waren es die gesanglichen Erfolge, das Kärntnerlied im Besonderen, die gute Gemeinschaft, welche dem Verein Anerkennung brachte und zur Ausführung von großen Aufgaben motivierte.
19.06.1938 Gausingen in Velden (Hotel Mösslacher)
1939 Kriegsbedingtes Vereinsverbot
28.11.1943 Unfalltod von Sepp Großl, zur Erinnerung: "Kärntner Freiheitslied", 1920, 4. Strophe:
Kärntner Land, Du Land der Lieder, heißumstritt'ne Heimat Du;
Unser bist Du endlich wieder, Allweg schallt Dir Jubel zu.
04.06.1949 Wiedergründung, Obmann Max Mösslacher (bis 1953), Chorleiter Franz Seitschnig (bis 1964)
14.08.1949 Gausingen in St. Egyden
11.06.1950 Gausingen in Keutschach/Höhe
03.06.1951 Frühlings-Gausingen in Maria Wörth
02.09.1951 Herbst-Gausingen in Rosegg
29.06.1952 Gausingen in Velden (Hotel Mösslacher)
08.08.1953 Begräbnis des vorigen Gauobmannes Max Mösslacher (kurz davor zurückgetreten)
1954 Neuer Obmann: Dir. August Lecher, Krumpendorf (bis 1957)
06.06.1954 Gausingen in Krumpendorf
02.10.1955 Gausingen in Maria Elend
10.06.1956 Gausingen in Moosburg
26.05.1957 Gausingen in Lind ob Velden
Neuer Obmann: OLGR Dr. Felix Weratschnig, Rosegg (bis 1969)
08.06.1958 Gausingen in Pörtschach
21.06.1959 Gausingen in Schiefling
04.09.1960 Gausingen in St. Jakob im Rosental
07.06.1964 Gausingen in Reifnitz
Neuer Chorleiter: Dir. Hans Kraschl, Velden (bis 1969)
10.06.1967 Gausingen in Krumpendorf
1969 Neuer Obmann: Karl Ulbing, Pörtschach (bis 1994)
Neuer Chorleiter: Dir. Franz Bukovschek, Pörtschach (bis 1970)
14.06.1969 Gausingen in Moosburg
1970 Neuer Chorleiter: Dir. Georg Grimm, Moosburg (bis 1985)
07.05.1970 Gausingen in Pörtschach
50jähriges Jubiläum des Sängergaues WS
Neue Fahne, gesponsert von 3 Pörtschacher Geschäftsfrauen
03.06.1972 Gausingen in Velden
19.05.1974 Gausingen in Velden
04.06.1977 Gausingen in Moosburg
25.06.1978 Gausingen in Krumpendorf
13.06.1979 Gausingen in Velden
21.09.1980 Gausingen in St. Jakob im Rosental
60jähriges Jubiläum des Sängergaues Wörthersee
27.06.1981 Gausingen in St. Egyden
25.06.1983 Gausingen in Velden
17.06.1984 Gausingen in Pörtschach
26.04.1985 Neuer Chorleiter: Dir. Mag. Norbert Werhonig, Velden (bis 1986)
16.03.1987 Neuer Chorleiter: HOL Eberhard Posch, Pörtschach (bis 1995)
13.06.1987 Gausingen in Velden
05.06.1988 Gausingen in Krumpendorf
08.07.1989 Gausingen in Pörtschach
30.06.1990 Gausingen in Velden
70jähriges Jubiläum des Sängergaues Wörthersee
Sepp Tschebull wird Obmann-Stellvertreter (bis dato)
25.04.1992 Organisation der Jahreshauptversammlung des KSB, Festsaal Krumpendorf
11.07.1992 Gausingen in Moosburg
19.03.1994 Karl Ulbing wird Ehrenobmann
19.03.1994 Neuer Obmann: Hans Krainer, Krumpendorf (bis dato)
02.04.1995 Neuer Chorleiter: HOL Ernst Pollheimer, Krumpendorf (bis dato)
10.09.1995 Gausingen in Maria Wörth und Pörtschach
75jähriges Jubiläum des Sängergaues Wörthersee
11.10.1996 Projektchor Wörthersee: Bruckner-Konzert, kath. Pfarrkirche, Velden
18.10.1996 Projektchor Wörthersee: Bruckner-Konzert, Stadtpfarrkirche, Klagenfurt
14.06.1998 Gausingen in Krumpendorf
18.07.1999 Gausingen in Velden
06.05.2000 Organisation der Jahreshauptversammlung vom KSB, Kulturhaus St. Jakob i.R.
2002 Der SG WS geht online! www.saengergau.at, Gestaltung: Walter Mayer, Reifnitz
28.08.2003 Gausingen in Velden
15.09.2007 Gausingen in Damtschach
16.-18.11.2007 Brauchtumsmesse: Der Sängergau Wörthersee stellt sich vor; Die Kärntner Jugend singt
08.02.2008 Begräbnis von Ehrenobmann Karl Ulbing in St. Bartlmä, Gauchor mit ca. 120 Sängern
26.04.2008 Organisation der Jahreshauptversammlung vom KSB, Casineum Velden
07.06.2008 Sängerschiff zur Klangwelle, Klagenfurt
30.10.2008 Begräbnis von Altobmann Dr. Felix Weratschnig
02.05.2009 Sommeropening am Wörthersee, Maria Wörth
01.05.2010 Wörthersee Chorfestival, Maria Wörth
13.10.2010 Festsitzung 90 Jahre Sängergau in Pörtschach, Gasthof Joainig
30.04.2011 Sommeropening am Wörthersee, Maria Wörth
05.01.2014 150 Jahre KSB: Auftaktkonzert "ksb.jugendsingt.komm" im Casineum am See, Velden
15.06.2014 100 Jahre Gedenkfeier Thomas Koschat, Maria Wörth und Pörtschach
15.06.2014 Festkonzert: 125 Jahre MGV Pörtschach, Werzer Strandcasino, Pörtschach
14.09.2014 150 Jahre KSB: Tag des Liedes (verschiedene Kirchen, Erntedankfeste, Umzüge)
02.04.2016 Organisation der Jahreshauptversammlung vom KSB, Festsaal Krumpendorf
05.01.2020 Neue Website, Gestaltung: Bernhard Teppan, Köstenberg
12.07.2020 100 Jahre Sängergau Wörthersee, Festkonzert "Musikalische Perlen vom Wörthersee" Casineum am See, Velden

 

Motto (Matthias Truppe):

Um den Wörthersee im Kärntnerland schling deutscher Sang ein festes Band!

AKTUELL:

2 politische Bezirke: Klagenfurt Land und Villach Land
9 Gemeinden: Krumpendorf, Maria Wörth, Moosburg, Pörtschach am Wörthersee, Rosegg, Sankt Jakob im Rosental, Schiefling am Wörthersee, Velden am Wörther See und Wernberg

25 Mitglieder:

2 Frauengruppen
12 Gemischte Chöre
11 Männerchöre

Gausingen des Sängergaues Wörthersee
05.09.1920 Beschluss der Gründung eines Sängergaues Wörthersee
25.05.1922 Erstes Gausingen des Sängergaues Wörthersee im Schlosshotel VELDEN
Mitwirkende: MGVs VELDEN, PÖRTSCHACH, MOOSBURG, KRUMPENDORF, VIKTRING, KEUTSCHACH-REIFNITZ
03.06.1923 Gausingen in KRUMPENDORF
24.05.1925 Gausingen in PÖRTSCHACH
30.05.1926 Gausingen in LIND ob Velden
09.06.1929 Gausingen in VELDEN (Hotel Mösslacher)
08.06.1930 Gausingen anlässlich des 10. Jahrestages der Volksabstimmung in VIKTRING (Schlosshof)
31.05.1931 Gausingen in REIFNITZ
12.06.1932 Gausingen in MARIA WÖRTH
25.05.1933 Gausingen in SCHIEFLING (GH Bürger)
13.05.1934 Gausingen in KRUMPENDORF
02.06.1935 Gausingen in VELDEN (Hotel Mösslacher)
07.06.1936 Gausingen in PÖRTSCHACH
13.06.1937 Gausingen in MARIA ELEND
19.06.1938 Gausingen in VELDEN (Hotel Mösslacher)
14.08.1949 Gausingen in ST. EGYDEN
11.06.1950 Gausingen in KEUTSCHACH / Höhe
03.06.1951 Frühlings-Gausingen in MARIA WÖRTH
02.09.1951 Herbst-Gausingen in ROSEGG
29.06.1952 Gausingen in VELDEN (Hotel Mösslacher)
06.06.1954 Gausingen in KRUMPENDORF
02.10.1955 Gausingen in MARIA ELEND
10.06.1956 Gausingen in MOOSBURG
26.05.1957 Gausingen in LIND ob Velden
08.06.1958 Gausingen in PÖRTSCHACH
21.06.1959 Gausingen in SCHIEFLING
04.09.1960 Gausingen in ST. JAKOB im Rosental
07.06.1964 Gausingen in REIFNITZ
10.06.1967 Gausingen in KRUMPENDORF
14.06.1969 Gausingen in MOOSBURG
07.05.1970 Gausingen in PÖRTSCHACH (50jähriges Jubiläum des Sängergaues WS)
03.06.1972 Gausingen in VELDEN
19.05.1974 Gausingen in VELDEN
04.06.1977 Gausingen in MOOSBURG
25.06.1978 Gausingen in KRUMPENDORF
13.06.1979 Gausingen in VELDEN
21.09.1980 Gausingen in ST. JAKOB im Rosental (60jähriges Jubiläum des Sängergaues WS)
27.06.1981 Gausingen in ST. EGYDEN
25.06.1983 Gausingen in VELDEN
17.06.1984 Gausingen in PÖRTSCHACH
13.06.1987 Gausingen in VELDEN
05.06.1988 Gausingen in KRUMPENDORF
08.07.1989 Gausingen in PÖRTSCHACH
30.06.1990 Gausingen in VELDEN (70jähriges Jubiläum des Sängergaues WS)
11.07.1992 Gausingen in MOOSBURG
10.09.1995 Gausingen in MARIA WÖRTH und PÖRTSCHACH (75jähriges Jubiläum des Sängergaues WS)
14.06.1998 Gausingen in KRUMPENDORF
18.07.1999 Gausingen in VELDEN
28.08.2003 Gausingen in VELDEN
15.09.2007 Gausingen in DAMTSCHACH
13.10.2010 Festsitzung 90 Jahre Sängergau in PÖRTSCHACH (Gasthof Joainig)

Anstelle von Gausingen:

02.05.2009 Sommeropening am Wörthersee, MARIA WÖRTH
01.05.2010 Sommeropening am Wörthersee, MARIA WÖRTH
30.04.2011 Sommeropening am Wörthersee, MARIA WÖRTH
15.06.2014 100 Jahre Gedenkfeier Thomas Koschat, MARIA WÖRTH und PÖRTSCHACH
12.07.2020 100 Jahre Sängergau Wörthersee, Festkonzert "Musikalische Perlen vom Wörthersee" Casineum am See, VELDEN

 

Liste der Obmänner und Chorleiter

Gauobmänner

1922 - 1925 Josef Großl, Pörtschach
1925 -1926 Fritz Pichler, Lind ob Velden
1926 - 1929 Hubert Filla, Krumpendorf
1929 - 1930 Dir. Matthias Truppe, Viktring
1930 - 1938 Ing. Michael Szakowitz, Velden
1949 - 1953 Komm.-Rat Max Mösslacher, Velden
1954 - 1957 Dir. August Lecher, Krumpendorf
1957 - 1969 OLGR Dr. Felix Weratschnig, Rosegg       
1969 - 1994 Karl Ulbing, Pörtschach
ab 1994 Hans Krainer, Krumpendorf

 

Gauchorleiter

1922 - 1923 Alfred Eisenhut, Velden
1923 - 1926 Hans Christöfl, Velden
1926 - 1929 Matthias Truppe, Viktring
1929 - 1933 Prof. Eugen Schmidbaur, Velden
1933 - 1938 Walter Unterwelz, Velden
1949 - 1964 Dir. Franz Seitschnig, Krumpendorf
1964 - 1969 Dir. Hans Kraschl, Velden
1969 - 1970 Dir. Franz Bukovschek, Pörtschach
1970 - 1985 Dir. Georg Grimm, Moosburg
1985 - 1986 Dir. Mag. Norbert Werhonig, Velden
1987 - 1995 HOL Eberhard Posch, Pörtschach
ab 1995 HOL Ernst Pollheimer, Krumpendorf      

 

Text Chronik Sepp Tschebull sen. anlässlich 150 J. KSB

Der Sängergau Wörthersee ist die zweitälteste und flächenmäßig die kleinste Sängerregion im Bundesland Kärnten.

Aus dem politschen Bezirk Villach-Land sind die Gemeinden Rosegg, St. Jakob, Velden und Wernberg zugehörig, aus dem politschen Bezirk Klagenfurt-Land sind es die Gemeinden, Krumpendorf, Maria Wörth, Moosburg, Pörtschach und Schiefling.

In der sehr sensiblen Zeit des Volksabstimmungsjahres erfolgte am 5.9.1920 die Gründung unseres Sängergaues.

Gründungsvereine waren der MGV Krumpendorf, der MGV Pörtschach und der MGV Velden. Mit der Gründung ist der Name des damaligen Volkschullehrers Sepp Großl aus Pörtschach unauslöschlich verbunden. Er war einer der maßgeblichen Initiatoren und wurde zum ersten Gauobmann und gleichzeitig auch Gauchorleiter gewählt. Vielfache Aktivitäten prägten sein Leben – als Lehrer, Chorleiter, Heimatdichter, Liedertexter usw. Er war und blieb Garant für den Erhalt des alten und neuen Kärntner Liedgutes. Er war die tragende Säule unseres Sängergaues bis zum Jahre 1939, bis zum kriegsbedingten Vereinsverbot.

Bald nach der Gründung wurde am 25.5.1922 das 1. Gausingen im Schlosshotel Velden abgehalten. Teilnehmende Vereine waren der MGV Keutschach/Reifnitz, MGV Krumpendorf, MGV Moosburg, MGV Pörtschach, MGV Velden und der MGV Viktring.

Diese Veranstaltung hatte beinahe Volksfestcharakter. Ein Auszug eines Berichtes einer damaligen großen Kärntner Tageszeitung sei hier wiedergegeben:

„Velden am Wörthersee (Gausingen)“

Der im September 1920 in Pörtschach gegründete Sängergau Wörthersee hielt am Donnerstag im Veldner Kultursaal sein erstes Gausingen ab. Am frühen Nachmittag empfingen die Vertreter der Gemeindevorstehung und der MGV Velden auf dem festlich geschmückten Bahnhofe die zum Teil mit ihren Fahnen erschienenen Gesangsvereine Keutschach-Reifnitz, Seerösl Krumpendorf, MGV Moosburg, MGV Pörtschach am See und MGV Viktring mit ihren Chormeistern, den Herren Skorianz, Jäger, Wieltschnig, Großl und Truppe. Unter dem Spiel der bekannten Wiegele-Kapelle zog der gegen eineinhalbtausend Menschen zählende Zug durch das beflaggte Velden. Im Großgasthof Kointsch wurde Probe gehalten. Gegen drei Uhr strömte die festliche Menge in den Kursaal. Gauobmann Großl vom MGV Pörtschach hob in begeisternden Worten die Bedeutung des Tages hervor, der ein Fest der einigenden Kraft des deutschen Liedes sei. „Wenn wir uns nirgends zusammenfinden – im Liede sind wir eins!“ Daß aber das deutsche Lied, das Kärntner- und Alpenlied hineingetragen werde in unser Volk als einigendes Band, als geselliges Bindeglied, als Trösterin in Not und Leide und höchster Ausdruck seelischer Freude, daß es bildend für Herz und Gemüt dem Volke Heil und Segen bringe, das ist der tiefere Gedanke der Sängerarbeit. Das umfangreiche Programm, das nach dieser mit jubelndem Beifall aufgenommenen Rede abgewickelt wurde, zeigt vom Ernst der Auffassung ebenso, wie von einem reichen Können der einzelnen Vereine und des ganzen Gaues, der selbst in drei Gesamtchören Hervorragendes leistete. Einzelheiten hervorzuheben ist wegen der Enge des Raumes leider nicht möglich. Immerhin muß der gemischten Chöre MGV Viktring und der ganz außerordentlichen Leistung des MGV Velden, der sich unter seinem altbewährten Chormeister, Oberlehrer Eisenhut wieder als einer der besten und begeisterten Interpreten des Koschat-Liedes erwies, gedacht werden. Eine Zugabe ließ den wunderbaren Tenor Reßmann in seiner ganzen Herrlichkeit erglänzen. Unter der großen Zahl der Gäste sind zu erwähnen die Herren Landeshauptmannstellvertreter Schumy, Bürgermeister der Stadt Klagenfurt Prof. Dr. Woisegger, der bekannte Kärntnerliedersammler Prof. Neckheim u.a.m. Das wohlgelungene Fest wird allen Sängern und Freunden hohe Genugtuung und frischen Ansporn gegeben haben.

In der Folge stießen etliche neu gegründete Männerchöre zum Sängergau.

Die Gausingen 1925 in Pörtschach und 1926 in Lind ob Velden waren schöne und erfolgreiche Veranstaltungen. Danach wurde es ruhiger und 1929 wurde ernsthaft über die Auflösung unseres Sängergaues debattiert, es folgte aber ein neuer Aufschwung und so wurde ab 1929 bis 1938 jährlich ein Gausingen veranstaltet – dreimal in Velden, und je einmal in Viktring, Reifnitz, Maria Wörth, Schiefling, Krumpendorf, Pörtschach und Maria Elend.

Die politisch bedingte Auflösung der Vereine und der zweite Weltkrieg unterbrachen unsere Tätigkeiten.

In dieser Zeit erfolgte der allzu frühe und tragische Tod unseres Gründungsobmannes Sepp Großl im November 1943. Zur Erinnerung eine Strophe des von ihm 1920 verfassten „Kärntner Freiheitsliedes“:

„Kärntnerland, Du Land der Lieder,
heißumstritt’ne Heimat Du.
Unser bist Du endlich wieder
allweg schallt Dir Jubel zu“

Diese Zeilen sollten doch ein wenig nachdenklich stimmen, und wir sollten dankbarer sein, jahrzehntelang in einer kriegsfreien Zeit leben zu dürfen.

Durch die Initiative von verantwortungsvollen Vereinsfunktionären kam es am 4.6.1949 zur Wiedergründung des Sängergaues Wörthersee. Als Obmann wurde KR Max Mösslacher gewählt, als Chorleiter Franz Seitschnig, der als reger Lehrer bereits am 14.8.1949 das erste Gausingen nach dem Krieg in St. Egyden organisierte.

KR Max Mösslacher verstarb als amtierender Gauobmann im Jahre 1953 und wurde unter starker Teilnahme der Gauvereine auf seinem letzten Erdenweg auf den Ortsfriedhof Velden begleitet.

In den sechs Jahrzehnten nach der Wiedergründung wurden insgesamt 34 Gausingen veranstaltet, abgehalten in verschiedenen Gemeinden und Ortschaften, durchgeführt von verschiedenen Vereinen, hauptsächlich bei Bestandsjubiläen. Einige Orte kommen in dieser Statistik öfter vor – Moosburg vier Mal, Pörtschach und Krumpendorf je fünf Mal, Velden neun Mal. Der MGV Velden zB organisierte alle diese neun Gausingen, wobei alleine acht davon ab 1972 in die Zeit der Obmannschaft von Sepp Tschebull fielen.

Die Art dieser traditionellen Sängertreffen hat sich in unserer Sängerregion in der letzten Zeit etwas gewandelt. Es gab Großveldener singen, dann zB 2009 – 2011 Sommeropenings in Maria Wörth, wobei die teilnehmenden Chöre großteils per Schiff anreisten.

Danach gab es Gästesingen mit großer Beteiligung (Kranzlsingen des MGV Lind, 90-Jahr-Feier des MGV Schiefling), es gibt Singen am See, Singen bei Bestandsjubiläen, Schlosshofsingen in Rosegg und Damtschach, Singen im Steinbruch, Dorfplatzsingen, Singen am Bauernhof, Liederabende und Chorkonzerte, wo von den veranstaltenden Chören Gastvereine eingeladen werden: ein Zeichen dafür, dass das Miteinander und das gemeinsame Singen immer noch aktuell sind.

Aus der großen Anzahl der ehrenamtlichen Funktionäre unsers Sängergaues ist ein Mann besonders hervorzuheben, dem die Sängertätigkeit am Wörthersee zum besonderen Anliegen wurde: Karl Ulbing. Als Gauobmann 1969 gewählt, machte er sich umgehend intensive Gedanken über die anstehende 50-Jahr-Feier im kommenden Jahr. Er wollte in diesem besonderen Bestandsjubiläum sichtbare Zeichen setzen, dachte an eine neu anzufertigende Gaufahne. Er gewann drei Pörtschacher Geschäftsfrauen, die großzügiger weise die gesamten Kosten übernahmen.

Aus seiner Feder stammen die folgenden Sätze:

Unvergessen bleibt der 7. Mai 1970, an dem unsere Gaufahne, flankiert von den vier Traditionsfahnen aus Pörtschach, Velden, Krumpendorf und Moosburg, symbolisch auf Booten über den See kommend, am Festplatz vor dem Werzer Strandcasino, im Bereich des Koschat-Denkmales, eingeholt wurde. Seit Jahren signalisiert diese Fahne (nach einer Idee von mir und der künstlerischen Ausgestaltung durch den Gauschriftführer Anton Robatsch) den Standort unseres Gaues, wurde diesem bei freudigen Anlässen vorangetragen, und senkte sich auch einige Male Abschied nehmend in das offene Grab eines dahingegangenen, braven Sängers. Das Fahnenblatt ziert auf der einen Seite eine goldene Lyra auf weißem Grund, mit dem Schriftzug „Sängergau Wörthersee 1920 – 1970“. Auf der anderen Seite befinden sich auf rotem Grund im Mittelpunkt die Anfangstakte unseres Gaumottos, welches sinnhaftig mit den Wappen aller im Sängergau beheimateten Vereine umrahmt ist.

Karl Ulbing nahm seine Tätigkeit sehr ernst und genau, pflegte intensive Kontakte zu allen Gauvereinen und versuchte, allen Einladungen zu den Jahreshauptversammlungen und allen anderen Veranstaltungen Folge zu leisten. Er organisierte mit den beiden Pörtschacher Gesangsvereinen eine Bronzetafel für das Steindenkmal des Liederfürsten Thomas Koschat in Pörtschach.

Nach 25 Jahren verdienstvoller Tätigkeit wurde er am 19.3.1994 zum Ehrenobmann unseres Sängergaues ernannt und erhielt aus der Hand von Landeshauptmann Zernatto das Ehrenzeichen des Landes Kärnten. Auch in seiner Pensionszeit übernahm er noch sehr oft repräsentative Aufgaben.

Sein reich erfülltes Sänger- und Funktionärsleben ging 2008 zu Ende. Am 8.2. gab es ein sehr großes Sängerbegräbnis in St. Bartlmä/Techelsberg mit sehr vielen Fahnenabordnungen, über 120 aktiven Sängerinnen und Sängern, vielen Ansprachen mit Dankesworten. Die Gauchöre sangen Abschiedslieder, die Fahnen senkten sich noch einmal für einen Großen unseres Sängergaues.

Der Wörthersee wurde oft beschrieben, gemalt, fotografiert, besungen. Wir sind glücklich, in einem so schönen Teil Kärntens leben zu dürfen. Der bekannte und feinsinnige Veldener Lyriker, Prof. Helmut Scharf hat das Thema des Sängergaues unter dem Titel „Kärntens klingender See“ großartig ausgelotet. Er hat darin beinahe alle bekannten und berühmten Komponisten, Schriftsteller, Dichter und Liedermacher wie Johannes Brahms, Gustav Mahler, Alban Berg, Thomas Koschat, Karl Zill, Ottilie von Herbert, Hans Neckheim, Theodor Streicher, Dr. Edwin Komauer, Wilhelm Kienzl, Herbert Strutz und Friedrich Perkonig angeführt, die in ihrem Schaffen zweifellos auch von der reizvollen und idyllischen Landschaft rund um den Wörthersee inspiriert wurden.

Helmut Scharf, aus einer Veldener Sängerfamilie stammend, hat sich auch für den MGV Velden stark eingebracht. 1963 entstand zum 80-Jahr-Jubiläum eine Jubiläumskantate (Musik von Günter Mittergradnegger), zum 90jährigen Bestand eine Festmesse (Musik von Leonhard Zenz). Für die Festschriften gab es Artikel und Gedichte. Er war Sprecher bei Adventsingen und Kärntner Abenden. Er lebt in seinen Werken weiter, ist nicht vergessen.

Nun noch einige Bemerkungen zum Singen in Kärnten: die ersten Jahrzehnte des Kärntner Sängerbundes und auch unseres Sängergaues waren vom Männergesang geprägt. Starke Männerchöre mit ihren Solisten, Quartetten und Quintetten beherrschten die Programme. Aber die Frauenstimmen kamen in unserer Sängerregion bald dazu. So gliederte sich z.B. 1936 ein neu gegründeter Frauenchor im MGV Velden ein – und das gemischte Singen war möglich geworden. In den Kriegsjahren entstand in Rosegg eine Frauengruppe, nach dem Krieg in Köstenberg ein Frauenchor. Im MGV Velden wurde nach der Wiedergründung mit Männerchor, Frauenchor und gemischtem Chor gesungen.

Viele unserer gemischten Chöre im Sängergau gründeten sich in den fünfziger und Anfang der sechziger Jahre. Drei Männerchöre waren die Gründer, 12 Männerchöre waren vor dem 2. Weltkrieg Bestand des Sängergaues. Mit heutigem Stand ist es fast ausgeglichen – 2 reine Frauengruppen, 12 gemischte Chöre und 11 Männerchöre.

Es ist eine bunte Vielfalt geworden, das Singen in unserer Region.

Breit gefächert sind die Initiativen unserer Chöre im Sängergau:

Das bodenständige Singen im Jahreskreislauf, das Singen im Lebenskreislauf, die Liederabende, die hochkarätigen Chorkonzerte – es gehört einfach zu unserer Kärntner Kultur dazu.

Die Organisation von Bällen und sonstigen Veranstaltungen, die Tonträgeraufnahmen und Videos, die Sängerfahrten und Ausflüge u.v.a.m. sind Zeichen von regen Vereinsarbeiten.

Durch Anregungen und Maßnahmen des Kärntner Sängerbundes und der Sängergaue wird versucht, das musikalische Wissen zu fördern und zu verbessern.

Unser Sängergau organisiert jährlich eine Chorwerkstätte für Männer- und gemischte Chöre. Es wurden etliche Projektchöre durchgeführt und eine Gemeinschafts-CD aufgenommen. Wir haben schöne Bestandsjubiläen durchgeführt. Unser Gauchorleiter Ernst Pollheimer ist stark in der Jugendarbeit integriert und organisiert jährlich Seminare und Workshops.

Es findet eine jährliche Hauptversammlung statt, in der bei den Berichten die große Vielfalt der Aktivitäten unserer Gauvereine dokumentiert wird.

Leider gibt es aber in der Summe zu wenig Sängernachwuchs, da das Singen in den Schulen nicht wirklich aktuell ist. Wir werden unser Bestes tun, die bunte Vielfalt zu erhalten, Neuerungen aufgeschlossen gegenüber stehen und auch die Tradition zu bewahren.

Sepp Tschebull, 2013

Mein Beitrag für diese Festschrift basiert auf vorhandenen Unterlagen. Da von den Jahren 1920 bis ca. 1965 vielfach keine Aufzeichnungen vorhanden sind, sind einige Ereignisse, Namen und Daten ev. nicht ganz authentisch.

Adaptiert 2020 von Sepp H. Tschebull

Gedanken von Ehrenobmann Karl Ulbing († 2008)

DER SÄNGERGAU WÖRTHERSEE
"Kärntens klingender See"

von Ehrenobmann Karl Ulbing († 2008) - St. Bartlmä im März 2002


Dem Wunsch des Vorstandes folgend, eine Darstellung des "Sängergaues Wörthersee" für das Internet zu verfassen, komme ich insofern gerne nach, als auch ich eine solche aus verschiedensten Gründen für notwendig erachte. Aufgrund der Tatsache aber, daß über einen gewissen Zeitraum keine schriftlichen Unterlagen vorhanden sind, erhebt dieses Vorhaben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird zum Teil den Charakter eines Gedächtnisprotokolls haben. Damit habe ich eine nicht ganz leichte Aufgabe übernommen.

Vor 35 Jahren hat der bekannte und feinsinnige Veldener Lyriker, Prof. Helmut Scharf, das Thema des Sängergaues unter dem Titel "Kärntens klingender See" großartig ausgelotet. Er hat darin beinahe alle bekannten und berühmten Komponisten, Schriftsteller, Dichter und Liedermacher wie Johannes Brahms, Gustav Mahler, Alban Berg, Thomas Koschat, Karl Zill, Ottilie von Herbert, Hans Neckheim, Theodor Streicher, Dr. Edwin Komauer, Wilhelm Kienzl, Herbert Strutz und Friedrich Perkonig angeführt, die in ihrem Schaffen zweifellos auch von der reizvollen und idyllischen Landschaft rund um den Wörthersee inspiriert wurden.

In diesem Zusammenhang sollte auch der Komponist Johann Herbeck (Ehrenmitglied des MGV Klagenfurt) nicht vergessen werden, der, so schreibt sein Sohn Ludwig: " ... ein lauschiges Plätzchen auf der Halbinsel von Pörtschach fand, wo er die Motive einiger seiner Kompositionen aufzeichnen konnte. Auch war er fasziniert von der trauten Einsamkeit, die nur vom leisen Rauschen des Waldes, dem Gesang eines Vogels und dem rythmischen Schlag der Wellen unterbrochen wurde".

An diesem romantischen Ort wurde für ihn, wie an anderen Plätzen auch für Thomas Koschat und Johannes Brahms, ein Denkmal errichtet, das auch in Zukunft den Hintergrund für unsere musikalischen und gesanglichen Darbietungen bilden wird.

Weiters erwähnt Prof. Scharf in seinem an sich recht vollständigen Beitrag zwar den Zusammenschluß der Gesangsvereine im Jahr 1920, er scheint aber nicht vollständig über die bedeutenden Ereignisse und Personen der Begründerzeit, die in direkter Beziehung zum "Sängergau Wörthersee" standen, informiert gewesen zu sein. Daß die Gründung desselben in das Jahr 1920 fällt, war bestimmt kein Zufall. Damals verlief die Demarkationslinie des zu diesem Zeitpunkt besetzten Kärnten am Südufer des Wörthersees. Was lag näher, als daß sich die Sänger dieses Gebietes zu einer größeren und wirkungsvolleren Institution zusammenschlossen, um ihren Sangesbrüdern und Landsleuten südlich des Sees, in Kärntens schicksalhaftesten Tagen den Rücken zu stärken.

Mit der Gründung des Gaues ist der damalige Volksschullehrer und Heimatdichter Sepp Großl aus Pörtschach unauslöschlich verbunden. Er wurde am 5. September 1920 zum ersten Gauobmann gewählt.

Vertreter der Gesangsvereine Velden, Krumpendorf und Pörtschach nahmen an der Versammlung teil. Moosburg und Viktring wurden angeschlossen und Pörtschach wurde als Sitz des Sängergaues ausersehen. Bereits damals war eine der wichtigsten Aufgaben des Sängergaues die Pflege des Zusammengehörigkeitsgefühls und die Verbreitung des Kärntnerliedes. Es würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen, wollte man die vielseitigen Aktivitäten dieser Persönlichkeit als Lehrer, Heimatdichter, Liedertexter, Gauobmann, Chorleiter, Leiter des Schulvereins Südmark und Gründer des Turnvereins, darstellen. Sepp Großl war und blieb Garant für die Erhaltung alten und neuen Kärntner Liedgutes, der Ideenträger vieler, großartiger Veranstaltungen und ein glühender Verfechter der Unteilbarkeit Kärntens. Er starb am 28.11.1943 im 54. Lebensjahr - leider viel zu früh bei einem tragischen Unfall. Der Wörthersee, den er so sehr liebte und besang, hatte ihn nach einem kurzen aber reich erfüllten Leben zu sich genommen. Aus seiner Feder stammt unter anderem das erste Gaumotto, (das Prof. Spitaler vertonte), weiters das bekannte Kaiserjägerlied "Krumpe Federn auf'n Huat" und das Kärntner Freiheitslied von 1920, dessen 4. Strophe uns auch noch heute ein wenig nachdenklich stimmen sollte:

"Kärntnerland, Du Land der Lieder,
heißumstritt'ne Heimat Du,
unser bist Du endlich wieder,
allweg schallt Dir Jubel zu."

Als einer seiner Schüler habe ich Sepp Großl sehr verehrt.

Unter der Devise "Für ein freies und ungeteiltes Kärnten" wurde bei der Volksabstimmung am 10. Oktober 1920 klar entschieden und den Kärntnern die angestrebte Freiheit wiedergegeben. Dieses Ergebnis beflügelte wohl auch die Vereine, im Jahr 1921 ihr groß angelegtes 1. Gausingen in Velden durchzuführen. Der Aktualität wegen sei hier der Bericht einer damaligen, großen Tageszeitung wiedergegeben:

"Velden am Wörthersee (Gausingen)"
Der im September des Vorjahres in Pörtschach gegründete Sängergau Wörthersee hielt am Donnerstag im Veldner Kultursaal sein erstes Gausingen ab. Am frühen Nachmittag empfingen die Vertreter der Gemeindevorstehung und der MGV Velden auf dem festlich geschmückten Bahnhofe die zum Teil mit ihren Fahnen erschienenen Gesangsvereine Keutschach-Reifnitz, Seerößl Krumpendorf, MGV Moosburg, MGV Pörtschach am See und MGV Viktring mit ihren Chormeistern, den Herren Skorianz, Jäger, Wieltschnig, Großl und Truppe. Unter dem Spiel der bekannten Wiegele-Kapelle zog der gegen eineinhalbtausend Menschen zählende Zug durch das beflaggte Velden. Im Großgasthof Kointsch wurde Probe gehalten. Gegen drei Uhr strömte die festliche Menge in den Kursaal. Gauobmann Großl vom MGV Pörtschach hob in begeisternden Worten die Bedeutung des Tages hervor, der ein Fest der einigenden Kraft des deutschen Liedes sei. "Wenn wir uns nirgends zusammenfinden - im Liede sind wir eins!" Daß aber das deutsche Lied, das Kärntner- und Alpenlied hineingetragen werde in unser Volk als einigendes Band, als geselliges Bindeglied, als Trösterin in Not und Leide und höchster Ausdruck seelischer Freude, daß es bildend für Herz und Gemüt dem Volke Heil und Segen bringe, das ist der tiefere Gedanke der Sängerarbeit. Das umfangreiche Programm, das nach dieser mit jubelndem Beifall aufgenommenen Rede abgewickelt wurde, zeigt vom Ernst der Auffassung ebenso, wie von einem reichen Können der einzelnen Vereine und des ganzen Gaues, der selbst in drei Gesamtchören Hervorragendes leistete. Einzelheiten hervorzuheben ist wegen der Enge des Raumes leider nicht möglich. Immerhin muß der gemischten Chöre MGV Viktring und der ganz außerordentlichen Leistung des MGV Velden, der sich unter seinem altbewährten Chormeister, Oberlehrer Eisenhut wieder als einer der besten und begeisterten Interpreten des Koschat-Liedes erwies, gedacht werden. Eine Zugabe ließ den wunderbaren Tenor Reßmann in seiner ganzen Herrlichkeit erglänzen. Unter der großen Zahl der Gäste sind zu erwähnen die Herren Landeshauptmannstellvertreter Schumy, Bürgermeister der Stadt Klagenfurt Prof. Dr. Woisegger, der bekannte Kärntnerliedersammler Prof. Neckheim u.a.m.. Das wohlgelungene Fest wird allen Sängern und Freunden hohe Genugtuung und frischen Ansporn gegeben haben. Gleichzeitig brachte es einen endgültigen Beweis dafür, wie tief der nationale Gedanke trotz aller Verhetzung im Herzen des Kärntner Volkes verankert ist.

Diese gelungene Manifestation war in den Folgejahren der Grund, daß sich weitere Vereine dem Sängergau anschlossen. Gebietsmäßig erstreckte sich derselbe vom Norden (Moosburg, Köstenberg, Damtschach) nach Süden bis an die Karawanken (Rosenbach, Maria Elend), weiter nach Osten (Krumpendorf, Reifnitz, Keutschach) und nach Westen (Lind ob Velden, Rosegg, Wernberg). Nicht uninteressant: die Grenzen waren nicht ident mit denen der Bezirkshauptmannschaften, aber möglicherweise von strategischer Bedeutung für das besonders gefährdete Abstimmungsgebiet rund um den Wörthersee.

Von der Gründerzeit bis in die Mitte der 40-iger Jahre lassen sich, wie bereits erwähnt, aufgrund des Fehlens von Unterlagen, keine authentischen Aussagen über Ereignisse, Namen und Daten machen. Allerdings sind mir etliche Gau- und Bundessingen, sowie Namen von Gauobmännern und Gauchorleitern in Erinnerung.

Es waren dies die Gauobmänner:

  • Sepp Großl - Pörtschach
  • Komm.Rat Max Mösslacher - Velden
  • Dir. August Lechner - Krumpendorf
  • OLGR Dr. Felix Weratschnig - Rosegg
  • Karl Ulbing - Pörtschach

und die Gauchorleiter:

  • Sepp Großl - Pörtschach
  • Mathias Truppe - Velden
  • Dir. Franz Seitschnig - Krumpendorf
  • Dir. Hans Kraschl - Velden
  • Dir. Franz Bukovschek - Pörtschach
  • Dir. Georg Grimm - Moosburg
  • Norbert Werhonig - Velden
  • Eberhard Posch - Pörtschach

Erschöpfend berichten kann ich über die Zeit danach. Die ehrenvolle Funktion eines Gauobmannes wurde mir 1969 anvertraut und ich hatte umgehend Gedanken darüber anzustellen, wie man der anstehenden 50-Jahr-Feier des Gaues auch inhaltlich einen würdigen Rahmen verleihen könnte. Jubiläen sind - wie man weiß - kostspielig - und die Gaukasse war leer. Das vorhandene Geld hatte gerade gereicht, um dem scheidenden Gauobmann für seine Tätigkeit ein Erinnerungsgeschenk zu machen. Mich ließ der Gedanke, dem Sängergau zum Einstand eine schmucke Fahne als äußeres und sichtbares Zeichen zu übereignen, nicht mehr los. Es gelang mir, drei Pörtschacherinnen - die Geschäftsfrauen Maria Rencher, Anneliese Zieritz und Marga Valente - für dieses Vorhaben zu begeistern. Sie übernahmen in großzügigster Weise die gesamten Kosten dieser Fahne.

Unvergessen bleibt der 7. Mai 1970, an dem unsere Gaufahne, flankiert von den vier Traditionsfahnen aus Pörtschach, Velden, Krumpendorf und Moosburg, symbolisch auf Booten über den See kommend, am Festplatz vor dem Werzer Strandcasino, im Bereich des Koschat-Denkmales, eingeholt wurde. Seit Jahren signalisiert diese Fahne (nach einer Idee von mir und der künstlerischen Ausgestaltung durch den Gauschriftführer Anton Robatsch) den Standort unseres Gaues, wurde diesem bei freudigen Anlässen vorangetragen, und senkte sich auch einige Male abschiednehmend in das offene Grab eines dahingegangenen, braven Sängers. Das Fahnenblatt ziert auf der einen Seite eine goldene Lyra auf weißem Grund, mit dem Schriftzug "Sängergau Wörthersee 1920 - 1970". Auf der anderen Seite befinden sich auf rotem Grund im Mittelpunkt die Anfangstakte unseres Gaumottos, welches sinnhaftig mit den Wappen aller im Sängergau beheimateten Vereine umrahmt ist.

In den vielen Jahren habe ich die mir gestellten Aufgaben sehr ernst genommen. Dies war umso wichtiger, da im Zuge der Zeit sich die meisten Vereine im musikalischen und kommerziellen Bereich neuen Aufgabenstellungen gegenüber sahen. Durch Anregungen und Maßnahmen des Kärntner Sängerbundes - und in den letzten Jahren auch der Gaue - wurde in den Chören sehr ernsthaft und intensiv an der Verbesserung des musikalischen Grundwissens gearbeitet. Die dadurch erreichte Selbstsicherheit förderte in hohem Maße die Wettbewerbsfreudigkeit, der wir durch eine vermehrte Durchführung von Gemeinschaftsproduktionen Rechnung trugen. Die vom Gau ins Leben gerufenen und gerne angenommenen Singnachmittage und Chorwerkstätten, denen beste Referenten zur Verfügung stehen, bieten unseren aufgeschlossenen Mitgliedern Gelegenheit, sich weiter zu bilden. Die Früchte dieser Bemühungen sind unverkennbar. Etliche Chöre haben dank ihres großen Einsatzes, mit ihren zielstrebigen Chorleitern eine beachtliche Reife erworben, die sie befähigt, auch im nahen und fernen Ausland präsent zu sein.

Im kulturellen Bereich erschien es mir erstrebenswert, zum 70-jährigen Bestand des 1. Denkmals für Kärntens weltbekannten Liederfürsten Thomas Koschat, dessen schlichtes Steindenkmal mit einer Bronzetafel sinnvoll aufzuwerten. Der darauf befindliche Text des bekannten "Verlassen, verlassen" sollte den Beschauer zum Verweilen und Nachdenken anregen. Die Realisierung dieses Vorhabens war ein Geschenk des Sängergaues, der Singgemeinschaft und des MGV Pörtschach an den unvergessenen, großen Kärntner.

Die Vielzahl der freudigen Ereignisse werden, wenn auch selten, von Vorkommnissen überschattet, gegen die keine Vereinigung gefeit ist. Dann und wann werden Versuche unternommen, die alten Traditionen verändern zu wollen. So habe ich zum Beispiel miterlebt, daß bei der Jahreshauptversammlung eines Vereines ein Sänger unter "Allfälliges" das Ansinnen stellte, das Wort "Deutsch" aus dem Vereinsmotto durch eine andere Wortwendung zu ersetzen. Die - für viele nicht nachvollziehbare - Antwort auf die Frage, was ihn an diesem Wort störe, war, daß er nichts mit dem Wort "Deutsch" anfangen könne. Der Obmann beendete - richtigerweise - die Debatte mit der Feststellung, diese Angelegenheit zu einem späteren Zeitpunkt zu behandeln. Dieser Vorfall ist symptomatisch dafür, daß es Versuche gibt, mit plumpen Störversuchen, die unpolitischen Strukturen unserer Gesangsvereine zu unterlaufen. Deshalb ist es mir persönlich ein großes Anliegen, diese Thematik rechtzeitig aufzuzeigen und unserer Sängerschaft zu vermitteln. Mir scheint es mehr als vertretbar, an dieser Stelle dem Artikel "Rückblick und Ausblick" (Jänner 1997) des Bundeschorleiters, Dr. Nikolaus Fheodoroff, ausreichend Raum zu geben. Dieser Bericht - äußerst lesenswert, seriös, tiefschürfend und wissenschaftlich untermauert - kommt der Wahrheitsfindung am nächsten. Dr. Fheodoroff sei für die Erlaubnis, diesen Bericht in meine Darstellung einfließen zu lassen, ganz herzlich bedankt.

"Rückblick und Ausblick"
von Bundeschorleiter Dr. Nikolaus Fheodoroff

Die Hauptaufgabe des Kärntner Sängerbundes - dem Namen und den Statuten nach - ist das gemeinsame Singen. Unser Hauptaugenmerk in Fortbildungs- und anderen öffentlichen Veranstaltungen gilt der Schaffung von Rahmenbedingungen, die solches Tun ermöglichen.
Manchmal aber gilt es auch, Worte auszusprechen, Begriffe zu klären und zu definieren. Damit werden Standpunkte deutlich gemacht, die Markierungen im Fluß der Zeit darstellen. Was "zur Sprache gebracht wird" - wie der Volksmund treffen sagt, gerät nicht so leicht in Vergessenheit. Als "UNVERGESSENES" - das ist die deutsche Übersetzung für das griechische Wort "aletheia", die Wahrheit - kann es nicht mehr beliebig gedeutet und oft auch mißdeutet werden.

Ich möchte heute zwei Probleme ansprechen, die mit Tradition und Fortschritt zu tun haben, diesem janusgesichtigen Wortpaar, dessen eine Hälfte ohne die andere nicht existieren kann, wie dies auch bei anderen ähnlichen Wortpaaren der Fall ist. Tradition ohne Fortschritt versumpft, Fortschritt ohne Tradition verflacht.

In jüngster Zeit ist um einen Unterbegriff des Sängerbundes eine Diskussion entstanden, die so geführt wird, als ob Wohl und Wehe allen sängerischen Tuns davon abhinge. Es geht um den Begriff "Sängergau" und all seine Ableitungen.

Etymologisch handelt es sich bei dem Wort "Gau" um ein bairisch-schwäbisch-schweizerisch-vormittelhochdeutsches Wort (gotisch: gawi, gaujis), das auf eine altgermanische Wurzel zurückgeht. Es meint einen Landstrich, eine Gegend, einen Bezirk, zumeist ein freies und fruchtbares Land, das oft an einem Wasserlauf liegt.

Abgesehen von einigen Landschaftsbezeichnungen geriet dieses Wort in Vergessenheit. Es war im Sprachgebrauch lang abgestorben, bis es durch Goethe, Bürger, Schiller und Stefan George neu belebt wurde (KLUGE, Etymologisches Wörterbuch der dt. Sprache, Berlin 1883; 17. Auflage 1957).

In ihrem 12-jährigen Intermezzo hat die deutschtümelnde NSDAP das Wort "Gau" in reichem Maße für ihre Organisationsformen verwendet und es damit ideologisch punziert. Aber: einzig aus diesem Grund das gut belegte, altdeutsche Wort zu verpönen, würde eine späte Reverenz vor dem Nationalsozialismus bedeuten.

Es hätte überdies mit einer Verflachung des Sprachgefühls ("feeling" würde man heutzutage sagen) und mit einem sehr oberflächlichen Fortschritt zu tun, der an die andere Bedeutung des Wortes GAU rührt: nämlich an das Wortkürzel im Bereich der Atomwissenschaft für "größter anzunehmender Unfall". Hier wie dort wird eine tabula rasa geschaffen.

Wir sind heute leider gewohnt, Geschichte aus sehr kurzer Sich zu betrachten und uns ein Weltbild aus einander erschlagenden Informationen zusammenzubasteln. Reizwörter von vielerlei Art machen blind für größere Zusammenhänge. Wer am Wort "Gau" Anstoß nimmt und es ausmerzen möchte, müßte in aller Konsequenz dies auch bei folgenden Begriffen tun: Pongau, Pinzgau, Lungau, Rheingau, Maingau, Hegau, Vintschgau, Aargau, Thurgau, und schließlich auch noch in der Nebenform Allgäu.

Für mich aber besteht, weil ich Worte beim Wort zu nehmen gewohnt bin, ein wesentlicher, demokratisch abgesicherter Unterschied zwischen "Gauleiter" und "Gauobmann". Obmann wird man durch Wahl, Leiter durch Einsetzung. Überdies wage ich zu bezweifeln, daß gemeinsame kulturelle Bemühungen von Laien bereits ein "Festival" sind, auch wenn man ein solches Unternehmen mit diesem Wort bezeichnet. Und schließlich frage ich mich: wie kann ein 12-jähriges Intermezzo eine tausendjährige Geschichte im Bewußtsein vieler Menschen auslöschen? Ist hier das Phänomen eines Pawlow'schen Reflexes zu beobachten?

Der zweite Problemkreis, den ich heute ansprechen möchte, betrifft das Verhältnis mancher öffentlicher Medien zu kärntnerischem Musizieren im allgemeinen und zum Chorgesang im besonderen. Immer wieder werden im Land Klagen laut, daß unsere Medien die Volkskultur dieses Landes wenig achten, sich ihrer mit Alibihandlungen entledigen oder sie überhaupt totschweigen. Dazu ist zu sagen, daß alle Medien im Zeitalter der Zahlen, des statistischen Durchschnitts und des "Schneller - Höher - Stärker" aus Selbsterhaltungstrieb danach trachten, ihr Publikum zu maximieren und die Teilnehmerquoten möglichst hoch zu halten. Nach einer einfachen Logik bedeutet das: wo Massen zusammen kommen, handelt es sich um ein Großereignis - in der heute gebräuchlichen "Neusprache" nennt man das "Mega-Event". Und die Darstellung eines solchen Mega-Events steigert die eigene Bedeutung und das Behagen daran in selbststimulierendem Ausmaß, ganz egal, welcher Inhalt transportiert wird, von einer kulturellen Bedeutung dieses Inhalts ganz zu schwei­gen. Das ist die eine Seite der Medaille.

Die andere Seite sieht so aus: voll Bewunderung sehen, hören und lesen konsumierende Chöre (um die Thematik aus dem allgemeinen Bereich gleich ein wenig enger zu fassen, mit welch primitiven Mitteln Massen zu bewegen sind. Sie beginnen, ihre anspruchsvollere Literatur links liegen zu lassen und sich dem Modetrend anzuschließen: mit weniger anstrengender Arbeit zu schnellem Erfolg zu gelangen, ist eine angenehme Sache.

Nur: Kulturarbeit hat mit Schnelligkeit nichts zu tun.

Und: hier beginnt ein Teufelskreis sich zu drehen. Chöre bieten den Medien wieder leichtes Futter an, das dankbar als "im Trend liegend" aufgenommen wird. Ich behaupte keineswegs, daß alle so denken und handeln. Aber ich möchte aus Sorge um die künftige Entwicklung einen Trend ansprechen, der unweigerlich zu einer Verarmung und Verödung kulturellen Lebens führt, wenn ihm nicht rechtzeitig Einhalt geboten, und wenn nicht gewachsene Qualität - sozusagen "Bio-Kultur" statt "Plastik-Müll" - an seine Stelle gesetzt wird.

Darum appelliere ich an alle Singgemeinschaften in diesem Land: Laßt euch bestärken in der Gewißheit, daß kärntnerisches Singen jeder anderen Folklore ebenbürtig ist. Bleibt echt, ohne kitschige Ausflüge, im gesellschaftlichen Leben verankert und nicht einem zweifelhaften Tageserfolg nachjagend. Laßt euch nicht davon abbringen, manchmal ein anspruchsvolleres, schwierigeres Werk österreichischer oder auch internationaler Herkunft zu erarbeiten.

Je einheitlicher das zukünftige Europa in rechtlichen, wirtschaftlichen und politischen Belangen sich darstellen wird, um so leuchtender werden seine kulturellen Unterschiede erstrahlen müssen. Eine normierte Einheitskultur von Sizilien bis zum Nordkap brächte eine Verdunkelung und Verödung menschlicher Geistesfähigkeit mit sich.

Da ich bei der nächsten Jahreshauptversammlung am 19. April 1997 nicht mehr als Bundeschorleiter kandidieren werde, nehmt diese meine Anmerkungen als Vermächtnis meiner Anteilnahme an der künftigen Entwicklung des KÄRNTNER SÄNGERBUNDES.

* * *

Nach 25 langen und ereignisreichen Jahren wurden meine Bemühungen, einen Nachfolger zu finden, von Erfolg gekrönt. Bei der 73. Jahreshauptversammlung am 19. März 1994 in Velden, wurde mir unter Anwesenheit von viel Prominenz viel Ehre zu teil. Das Ehrenzeichen des Landes Kärnten, die Überreichung einer wunderschönen Vase mit sinnvoller Gravur, und die Ernennung zum Ehrenobmann des Gaues waren die äußeren Zeichen der Würdigung meiner Verdienste um den "Sängergau Wörthersee". Zu meinem Nachfolger wurde der Obmannstellvertreter des "MGV Seerößl" Krumpendorf, der Gast- und Landwirt Hans Krainer einstimmig gewählt. Ernst Pollheimer, Chorleiter von "Vocalitas Krumpendorf" und späterer Gauchorleiter, wurde als Jugendreferent in den Vorstand kooptiert. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge nahm ich Abschied von meiner braven, treuen und wohlgesinnten Sängerschar.

Dem Sängergau gehören zur Zeit 14 Männerchöre, 10 Gemischte Chöre und 4 Jugendchöre an. Somit sind 28 Vereine im Sängergau vertreten. Dies sind:

  • "MGV Alpengruß" / Damtschach
  • "MGV Bärndorf"
  • "MGV Lind ob Velden"
  • "MGV Liederkranz" / Schiefling
  • "MGV Maria Elend"
  • "MGV Moosburg"
  • "MGV Pörtschach"
  • "MGV Reifnitz"
  • "MGV Seerösl" / Krumpendorf
  • "MGV St. Egyden"
  • "MGV Velden"
  • "Doppelsextett Rauschelesee"
  • "Gesangs und Musikverein der Gendarmen Kärntens"
  • "Doppelsextett Velden"
  • "Gemischter Chor Moosburg"
  • "Gemischter Chor Rosegg"
  • "Gemischter Chor Velden"
  • "Singgemeinschaft Köstenberg"
  • "Singgemeinschaft Krumpendorf"
  • "Singgemeinschaft Pörtschach"
  • "Vocalitas Krumpendorf"
  • "Kärntner Doppelsextet"
  • "Stimmen aus Kärnten"
  • "Volksschulchor Krumpendorf"

Neuzugänge in den letzten Jahren waren der Volksschulchor Pörtschach, der Volkschulchor Moosburg, sowie der Jugendchor Velden. Nach kurzer Pause ist auch wieder das Wörthersee Oktett aktiv.

Zur Struktur der Vereine wäre festzuhalten, daß der Sängergau bis 1950 eine Domäne der Männerchöre war. Der Mangel an guten ersten Tenören veranlasste etliche Chöre, auch Frauen mit einzubinden. Die Tatsache, daß es heute schon über ein Drittel gemischte Chöre gibt, bestätigt den eingeschlagenen Weg und bereichert zusätzlich die Szene. Ebenso stark im Kommen sind die recht flexiblen Kleingruppen.

Seit 1965 haben wir in Eigenproduktion drei große Jubiläen (50-Jahr-Jubiläum in Pörtschach, 60-Jahr-Jubiläum in St. Jakob im Rosental, 70-Jahr-Jubiläum in Velden), und 28 Gausingen durchgeführt. Die Teilnahme an fünf Bundessingen des "Kärntner Sängerbundes" und an den Jubelfeiern zum 10. Oktober 1920 in den Jahren 1970, 1980, 1990 und 2000 in Klagenfurt, war selbstverständlich Ehrensache.

Um nicht das Risiko einer Bewertung einzugehen, habe ich bewusst darauf verzichtet, die Namen all jener tüchtigen Funktionäre und deren großartige Leistungen anzuführen. Stellvertretend für diese ist es mir aber ein großes Anliegen, die enorme Schaffenskraft des ehemaligen Chorleiters Josef Inzko und dessen über 550 Kompositionen zu erwähnen und zu würdigen. Demzufolge wurde ihm auch die Verleihung der "Goldenen Ehrenmedaille für besondere Verdienste um Heimat und Lied" und des "Großen Ehrenzeichens des Landes Kärnten" entsprechend Anerkennung zuteil.

Mit all diesen Unternehmungen haben wir vom Sängergau mit unseren begeisterten Sängerinnen und Sängern den Leitgedanken der Gründung von 1920 - die Pflege des Zusammengehörigkeitsgefühls, sowie die Verbreitung und Erhaltung des Kärntner Liedes - vollzogen, getreu unserem Motto:

"Um den Wörthersee im Kärntner Land, schling deutsches Lied ein festes Band."

So verbleibt mir zum Schluß, dem seit 1994 amtierenden Nachfolgerteam für die in meinem Sinn erbrachten Leistungen, Dank zu sagen. Möge man dafür Sorge tragen, daß der "Sängergau Wörthersee" auch weiterhin erhalten bleibt und seine Mission erfüllen kann.